Pressestatement von Friedrich Gebhart

Es gilt das gesprochene Wort!

Betonbauteile im Plus – DEUTSCHE BETONBAUTEILE gestartet

Sehr geehrte Damen und Herren der Presse,

bevor ich Sie an dieser Stelle über die wirtschaftliche Entwicklung der Betonfertigteilindustrie auf Bundesebene informieren werde, lassen Sie mich ein paar Worte zu einer Neuentwicklung in unserer bundesweiten Branchenarbeit sagen. Im Dezember 2018 haben vier bundesweite Fachorganisationen und alle acht Regionalverbände und Fachgruppen der Betonfertigteilindustrie das neue Branchendach DEUTSCHE BETONBAUTEILE ins Leben gerufen. Sie finden in der Pressemappe eine Information über die Idee und die Repräsentanten der Branche auf Bundesebene.

Wir wollen gezielt unsere wirtschaftspolitische Stimme wieder gebündelt für die Branche der Hersteller von Betonfertigteilen, Betonwaren und den Betonwerkstein geltend machen. Nach der Liquidation des früheren BDB vor acht Jahren wurden wir zunehmend nicht mehr an politischen Entscheidungsprozessen auf Bundesebene beteiligt, nicht mehr zu relevanten Gremien eingeladen, ich nenne nur Serielles Bauen, bezahlbarer Wohnungsbau oder Infrastrukturentwicklungen. Gerade zu ersteren Themen kann man nur sagen: wenn nicht wir, wer kann dann mit jahrzehntelanger Expertise hier fachlichen Input für die politischen Entscheider geben? Die Erfinder des seriellen, modularen und industriellen Bauens dürfen nicht zulassen, dass diese Gebiete in den Köpfen der Politik der Holzbauweise zugeordnet werden.

Die bereits über Jahre gepflegten Gesprächskreise führen wir unter dem neuen gemeinsamen Dach weiter, sei es zur Bauproduktenverordnung, zum Standardleistungsbuch, zu Building Information Modeling oder auch zu rechtlichen Themen wie neuen kompakten und praxisgerechten AGBs für die Betonfertigteil und Betonwarenindustrie. Einen ersten kommunikativen Auftritt hatte DEUTSCHE BETONBAUTEILE bei der BAU 2019 im Rahmen der Pressekonferenz des Verbändebündnisses Herstellererklärung, wo das abgestimmte Vorgehen der Branche zur Kennzeichnung und Qualitätssicherung europäisch harmonisierter Bauprodukte durch Repräsentanten unseres Branchendachs gemeinsam mit anderen Bundesorganisationen vorgestellt wurde.

Während wir bei technischen oder rechtlichen Themen koordinieren, wollen wir eben bei wirtschaftspolitischen Fragen selbst aktiver im politischen Entscheidungsprozess mitwirken, nicht gegen, sondern natürlich mit unseren nationalen Dachverbänden wie dem Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden (bbs) und über diesen bis hin zum BDI.

Wie wichtig die wirtschaftspolitische Arbeit von Verbänden ist, zeigt sich aktuell in BadenWürttemberg. Im Zuge Novellierung der Landesbauordnung ist geplant, das Bauen mit Holz zu erleichtern. Dies geht dabei vor allem zu Lasten des Brandschutzes. So ist beispielsweise beabsichtigt, dass bei Trennwänden und Decken bei Holzbauten auf die vollständige Rauchdichtigkeit zu verzichten, nur weil dies mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand beim Holzbau technisch nicht möglich sein soll. Der Fachverband Beton und Fertigteilwerke BadenWürttemberg sprach sich im Rahmen der Verbändeanhörung ausdrücklich gegen die beabsichtigte Regelung aus. Die Aufgabe des Landes ist es, die feuerpolizeilichen Vorgaben so zu gestalten, dass weder Menschen, Tiere noch Sachen zu Schaden kommen, und nicht in den Wettbewerb miteinander konkurrierender Bauweisen und Baustoffe einzugreifen indem eine Bauweise gesonderte baupolizeiliche Erleichterungen im Brandschutz aus wirtschaftlichen Gründen erfährt. Jeder Baustoff hat seine Stärken und Schwächen. Der freie Wettbewerb trägt dazu bei, für die einzelnen Problemstellungen am Bau die bestmögliche Lösung, sprich den bestmöglichen Baustoff in Anwendung zu bringen und den Preisauftrieb in Grenzen zu halten. Die Bevorzugung eines einzelnen Baustoffes widerspricht diesem Prinzip.

Werfen wir zum Schluss noch einen Blick auf die wirtschaftliche Lage der Branche. Die deutsche Betonfertigteilindustrie blickt erneut auf ein positives Jahr zurück. Die Hersteller von vorgefertigten Betonbauteilen rechnen für das Jahr 2018 mit einem Zuwachs von insgesamt rund 3 %. Dies entspricht einem Umsatz von knapp 6,2 Mrd. Euro. Somit konnte die Branche erneut von der guten Baukonjunktur profitieren. In Baden Württemberg stieg der Umsatz sogar um 4% und betrug rund 1 Mrd. Euro. Ergänzend finden Sie Informationen dazu in der Pressemappe.

Die positive konjunkturelle Entwicklung wird allerdings weiterhin von Kapazitätsengpässen und dem herrschenden Fachkräftemangel getrübt. Die Suche nach qualifiziertem Personal wird angesichts der branchenübergreifend hohen Nachfrage zunehmend schwieriger und ist eine Herausforderung, der sich die Verbände gemeinsam mit den Unternehmen stellen müssen.

Für das laufende Jahr ist die Branche verhalten optimistisch. Angesichts der stabilen Baukonjunktur rechnen wir für das Jahr 2019 nochmals mit einer moderaten Umsatzsteigerung von 2 %. Wachstumsmotor bleibt der Wohnungsbau, nicht zuletzt auch wegen den günstigeren Rahmenbedingungen wie dem Baukindergeld, den zumindest vom Bundestag verabschiedeten höheren Abschreibungen für den Mietwohnungsbau sowie den Mitteln für den verstärkten sozialen Wohnungsbau. Positive Impulse für vorgefertigte Betonbauteile erwartet die Branche zudem durch die geplante Förderung des seriellen und modularen Bauens, das als eine schnelle, preisgünstige und zugleich qualitätsvolle Antwort auf die wachsende Nachfrage nach Wohnungen in Ballungsräumen gesehen wird.