Friedrich Gebhart zur Eröffnung der 64.BetonTage

Es gilt das gesprochene Wort!

Betonbauteile im Plus – Netzwerk Innovativer Massivbau gestartet

Sehr geehrte Damen und Herren der Presse,

werfen wir zunächst einen Blick auf die wirtschaftliche Lage der Branche. Die deutsche Betonfertigteilindustrie blickt erneut auf ein positives Jahr zurück. Die Hersteller von vorgefertigten Betonbauteilen rechnen für das Jahr 2019 mit einem neuerlichen Zuwachs von insgesamt rund 5 Prozent. Dies entspricht einem Umsatz von 6,5 Milliarden Euro. Somit konnte die Branche erneut von der guten Baukonjunktur profitieren. Auch die Erzeu-gerpreisindizes stiegen in unserem Produktumfeld zwischen 2 und 6 Pro-zent, nach langen Jahren der Konditionenstagnation.

In Baden-Württemberg stieg der Umsatz um 4 Prozent und betrug rund 1,05 Milliarden Euro. Ergänzend finden Sie Informationen dazu in der Pres-semappe.

Die positive konjunkturelle Entwicklung wird allerdings weiterhin von Kapa-zitätsengpässen und dem herrschenden Fachkräftemangel getrübt. Die Suche nach qualifiziertem Personal wird angesichts der branchenübergreifend hohen Nachfrage zunehmend schwieriger und ist eine Herausforderung, der sich die Verbände gemeinsam mit den Unternehmen stellen müssen.

Für das laufende Jahr 2020 ist die Branche verhalten optimistisch. Angesichts der stabilen Baukonjunktur rechnen wir für das Jahr 2020 nochmals mit einer moderaten Umsatzsteigerung von 2 Prozent, sowohl im Bund als auch in Baden-Württemberg. Wachstumsmotor bleibt der Wohnungsbau, nicht zuletzt auch wegen den günstigeren Rahmenbedingungen wie dem Baukindergeld – allen Anfeindungen zum Trotz genau von jungen Familien stark nachgefragt –, den höheren Abschreibungen für den Mietwohnungsbau sowie den Mitteln für den verstärkten sozialen Wohnungsbau. Positive Impulse für vorgefertigte Betonbauteile erwartet die Branche zudem durch die Förderung des seriellen und modularen Bauens, das als eine schnelle, preisgünstige und zugleich qualitätsvolle Antwort auf die wachsende Nachfrage nach Wohnungen in Ballungsräumen gesehen wird. Dass diese riesig ist, sehen Sie auch am Bauüberhang, also den bereits genehmigten, aber noch nicht begonnenen Wohnungen, hier sind wir mittlerweile deutschlandweit bei über 700.000 Wohnungen angelangt.

Faktisch kommt jedoch die modulare Bauweise noch nicht in dem Maße voran, wie wir uns das gerne wünschen würden. Woran liegt es? Qualitativ hochwertige Vorfertigung ist grundsätzlich kaum billiger als die Baustellenbauweise, sie ist allerdings viel schneller und kann erheblich auf den Fachkräftemangel vor Ort antworten, auch qualitativ. Auch haben die Sieger aus dem GDW-Wettbewerb von 2018 bei weitem nicht alle das Thema entsprechend vorangetrieben, alle sind nun mal mit anderen Vorhaben bereits gut ausgelastet. Wir haben aber auch 2020 ein gutes Beispiel im Programm.

Im vergangenen Jahr habe ich meine Position zur einseitigen Förderung des Holzbaus klar gemacht, in diesem Jahr haben wir eine eigene Initiative vorzuweisen. Sie nennt sich „Solid Unit – Netzwerk Innovativer Massivbau“. Mit ihr wollen wir alle innovativen Kräfte zur Förderung des Bauens mit mineralischen Baustoffen, allen voran Beton, bündeln und die Innovationskraft, auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit, mit zahlreichen Partnern wie der Bauwirtschaft bündeln. Nicht umsonst fällt der offizielle Startschuss auf den BetonTagen, der Innovationsplattform der Branche.

In meiner Eigenschaft als Repräsentant unseres Branchendachs DEUTSCHE BETONBAUTEILE freue ich mich, dass unsere gemeinsame Branchenarbeit sehr unkompliziert Früchte trägt. Neue AGBs für die Branche – federführend von unseren hessischen Kollegen juristisch ausgearbeitet und sogar vom Bundeskartellamt positiv gewürdigt – oder auch unser deutschlandweites Bekenntnis zur Arbeitssicherheit durch Unterzeichnung der VISION ZERO mit der BG RCI, gemeinsame Arbeitskreise zu übergeordneten rechtlichen und technischen Fragen zeugen von der neuen Gemeinschaft, der sich aktuell mit der Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre aus Bonn ein weiterer starker Verband angeschlossen hat. Wir bleiben also dran, um der Vorfertigung weiter eine noch stärkere Stimme zu verschaffen.

Das Pressestatement finden Sie auch unter www.betontage.de