Dr. Ulrich Lotz eröffnet die 64. BetonTage

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Damen und Herren,

unser Fachkongress erfindet sich in diesem Jahr neu, erstmals 4 Tage, viele neue Programmelemente und Partner sind an Bord, damit machen wir einen weiteren Schritt hin zu einer Weiterbildungsplattform, die den kompletten Bauprozess beim Bauen mit Beton und dem Fokus vorgefertigte Betonbauteile abbildet. Forschungsinstitute, Hersteller, Zulieferer, Planer, Architekten und ausführende Unternehmen der Bauwirtschaft stehen unter dem Motto „Betonbau der Zukunft – leicht, ressourceneffizient, CO2-neutral“ im Dialog. Wie kann man ressourcenschonend bauen? Welchen Beitrag leistet die Beton- und Zementindustrie dazu? Was sind die aktuellen Erkenntnisse der Forschung in diesem Bereich? Wohin gehen die Trends? Auf all diese Fragen möchten die BetonTage eine Antwort geben. Wir erwarten dazu rund 2.400 Teilnehmer, davon rund 10 Prozent aus dem Ausland.

Im Fokus: Klimawandel und CO2-Debatte
Beton ist der weltweit meistverwendete Baustoff. Dabei resultieren allein aus der Produktion der benötigten 4,5 Milliarden Tonnen Zement rund 7 Prozent des CO2-Ausstoßes auf der Erde. Eine der dringlichsten Aufgaben der Zement- und Betonindustrie ist daher die Entwicklung innovativer Technologien, um die CO2-Emissionen zu senken und den vermeintlichen Nachteil in einen Vorteil umzukehren. Welche Anstrengungen die Branche zur Verbesserung ihres ökologischen Fußabdrucks aktuell unternimmt, beleuchtet das Podium „Den CO2-Rucksack erleichtern – Umweltgerechtes Bauen mit Beton“.

Namhafte Experten zeigen zudem im Plenum mögliche Lösungen auf. Bereits heute hat Dr. Martin Schneider, Hauptgeschäftsführer des Vereins Deutscher Zementwerke den „Mind Shift“ der Branche umrissen, er steht uns auch hier in der Pressekonferenz Rede und Antwort. Prof. Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung wird am zweiten Kongresstag das Thema Klimawandel und CO2-Debatte aus naturwissenschaftlicher Sicht beleuchten, gefolgt von Dr. Dominik von Achten, neuer Vorstandsvorsitzender der HeidelbergCement AG, der Lösungen zum Auffangen, Speichern und Nutzen von CO2 vorstellt.

Gastland Dänemark: Innovationstreiber der Vorfertigung
Unser Gastland 2020 ist Dänemark, aus vielerlei Gründen: hier wird Vorfertigung viel systemischer gedacht, die Wertschöpfung viel weiter integriert, Claus Bering, Landeschef von CRH und BIBM-Präsident wird dazu vortragen. Und unser Titelmotiv, das Nationalmuseum von Doha in Katar, ist ein tolles Beispiel für die internationale Zusammenarbeit bei Betonbauteilen. Die Betonfertigteilfassadenelemente (rund 76.000 sehr dünne sandfarbene Elemente) wurden von einem dänischen Unternehmen geliefert, die Tragwerksplanung stammt von der Werner Sobek AG, Stuttgart.

Und Kopenhagen ist vom 6. bis 8. Mai 2020 der „Place to be“ für die Betonfertigteilbranche, dort richten wir mit dem Bauverlag und der neuen gemeinsamen Kongressgesellschaft Building Congress Forum den BIBM-Kongress aus, mit internationalen Trendthemen und dem besonderen Erfolg der Vorfertigung in den Nordischen Ländern.

Megatrends: 3D-Druck und Carbonbeton
3D-Druck und Carbonbeton sind ebenfalls wichtige Schlüsseltechnologien für die Zukunft. Der 3D-Druck als additives Fertigungsverfahren erobert nahezu täglich neue Einsatzfelder in den verschiedensten Industrien.

Auch vor der Betonfertigteilbranche macht diese Technik keinen Halt, denn die Produktion per 3D-Drucker könnte Zeit, Schalungs- und Lagerhaltungskosten einsparen. Im morgigen Podium „3D-Druck spezial“ präsentieren renommierte Universitäten ihre Forschungsergebnisse, am Donnerstag werden 3D-Druck-Einsätze auf der Baustelle vorgestellt.

Durch den Einsatz von nichtrostenden Carbonfasern kann die Lebensdauer von Bauwerken erheblich erhöht werden. Der innovative Verbundwerkstoff ermöglicht nicht nur eine neue Formsprache, sondern spart auch bis zu 80 Prozent Material und Energie. Carbonbeton wird bereits heute unter anderem beim Neubau von Fußgängerbrücken, Bahnsteigsystemen, einzelnen Wand- und Deckenkonstruktionen aber auch bei der Sanierung von Brücken und Industriebauten eingesetzt. Das Podium „Carbon-Anwendungen in der Praxis“, das in Zusammenarbeit mit dem Verband Composites United e. V. entwickelt wurde, zeigt den derzeitigen Entwicklungsstand untermauert mit Beispielen aus der Praxis.

Neu: Der „Zukunftstag Bauwirtschaft“
Partner am dritten Kongresstag ist die Bauwirtschaft. Unter dem Titel „Zukunftstag Bauwirtschaft“ befasst er sich unter anderem mit Schnittstellenoptimierungen beim Einsatz von Betonbauteilen auf der Baustelle. Die neue gemeinsame Wissensplattform für Bauunternehmen und ihren Partnern aus der Vorfertigung bietet in den Parallelveranstaltungen am Nachmittag Lösungen für den Hoch-, Tief- und Kanalbau.

Die baden-württembergische Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, wird den Tag im Plenum eröffnen und ihre Vorstellung vom Bauen der Zukunft präsentieren. CO2-reduzierte Bauweisen und Recyclingbeton sind nur einige der Beispiele, auf die ihre „So-Landesregierung setzt. Die Ministerin begrüßt auch die neue Initiative Solid Unit – Netzwerk innovativer Massivbau“, die die nachhaltige Baustoffforschung für mineralische Baustoffe bündelt und perspektivisch entwickelt. Dass dies gerade die Betonbranche leisten kann, demonstrieren die Beiträge der ihr nachfolgenden Redner, Dr.-Ing. Walter Haase, Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren, Universität Stuttgart, und Hagen Aichele, Holcim Kies und Beton GmbH, Stuttgart.

Am dritten Tag findet auch das beliebte Podium „Wirtschaft und Recht“ mit Vorträgen zu neuen Instrumenten des Innovations- und Personalmanagements, ergänzt von arbeitsrechtlichen Fragestellungen, statt. Hierzu bieten wir erstmals zwei Follow up-Seminare im April an, die die Themen in zwei eintägigen Workshops vertiefen.

Neu: Das Forum Innovation an zwei Tagen
Die begleitende Ausstellung der Unternehmen aus der Zuliefer-, Maschinen- und Softwareindustrie ist seit jeher ein fester Bestandteil des Kongresses. Mit dem Forum Innovation erhalten sie erstmal auch einen Platz im offiziellen Programm. So bieten die Vorträge am 19. Februar 2020 anwendungsgerechte Lösungen der Zulieferindustrie für den Einsatz in der Fertigung. Am Freitag, 21. Februar 2020 informieren darüber hinaus Hersteller von Betonbauteilen über ihre Produkte und Serviceangebote auf dieser neuen Plattform. Gleichzeitig haben sie die Möglichkeit sich an diesem Tag in der Ausstellung zu präsentieren, ebenfalls ein Novum auf den BetonTagen. Zielgruppe sind vor allem Planer und Architekten. Allein die Anmeldungen der Architekten haben mit 500 ein neues Rekordniveau erreicht. Mit den Podien „Beton in der Architektur“ und „Beton in der Tragwerksplanung“ wird für sie ein spezifisches Fachprogramm, bisher am dritten Kongresstag, angeboten. Prof. Dr.-Ing. Werner Sobek, Werner Sobek AG, und Michael Rathgeb, Managing Director bei ingenhoven architects, Düsseldorf, gehören zu den renommierten Redner, die an diesem Tag auftreten werden. Nachhaltige Architektur ist das Leitthema.

Bewährt: Betonfertigteile im Fokus
Die Hersteller von vorgefertigten Betonbauteilen bleiben die Kernzielgruppe des Kongresses. Ein großer Teil des Programms konzentriert sich daher weiterhin auf branchenrelevante Themen. Wichtige fachliche Impulse geben dabei die produktspezifischen Podien, die mit den einschlägigen Fachvereinigungen geplant wurden. Sie reichen von Vorträgen zum konstruktiven Betonfertigteilbau, zu Betonprodukten des Straßen-, Landschafts- und Gartenbaus, über den Tief- und Kanalbau sowie Leichtbeton, bis hin zu Betonwerkstein und Kleinkläranlagen. Innovative Produktions- und Herstellungsverfahren, neueste Entwicklungen aus der Betontechnologie und ausgewählte Objektberichte zeigen wo die Reise in diesen Bereichen hingeht.

Mit konkreten Fragestellungen aus dem Betriebsalltag befasst sich der Praxis-Workshop. Prüfverfahren zur Herstellung von Beton mit Zusatzmitteln, zur Bestimmung des Chloridgehaltes und Elektrowiderstandes sowie von Karbonatisierungsvorgängen stehen hier auf der Agenda. Sie werden im Rahmen von Vorträgen und Vorführungen anschaulich dargestellt.

Ein Muss: Der Blick über den Tellerrand
Auch auf den 64. BetonTagen darf der berühmte „Blick über den Tellerrand“ nicht fehlen. Neurowissenschaftler Dr. Henning Beck gewährte heute morgen einen spannenden Einblick in die fehlerhafteste und gleichzeitig innovativste Struktur überhaupt auf der Welt: das Gehirn. Unterhaltsam, praxisnah und anschaulich übertrug er die Erkenntnisse der Hirnforschung auf alltägliche Themen und zeigte, wie wir die Tricks des Gehirns ergänzt durch künstliche Intelligenz für besseres Denken und neue Ideen nutzen können. Cem Karakaya, Experte für Internet-Kriminalität, illustriert auf unnachahmliche Weise das Thema Cyber-Kriminalität. „Die menschliche Firewall und ihre Löcher“, so der Titel des Besonderen Beitrages am Mittwochabend im Plenum.

BetonTage international – Engagement vervielfältigt
2019 fanden die BetonTage asia in Shanghai bereits zum sechsten Mal sehr erfolgreich statt, es gab erstmals mit Malaysia ein Gastland mit sehr modernen Präsentationen zur Vorfertigung.

Weiterhin werden wir unser Thema mit unserem Partner Messe München befeuern, die auf ihren Plattformen BAU in München und BAU China ebenfalls Schwerpunkte zum modernen systemischen Bauen anbietet. So können wir gemeinsam das Thema moderner Betonbauteile in der ganzen Welt nach vorne bringen.

Und nochmals an dieser Stelle: Besuchen Sie den BIBM-Kongress in Kopenhagen, auch für einen ergänzenden Kurztrip zum Sightseeing in einer der innovativsten und spannenden Hauptstädte Europas.

Das Pressestatement finden Sie auch unter www.betontage.de