Betonfertigteilindustrie weiterhin stabil

Umsatzplus von 6 Prozent für 2020 erwartet

Die deutsche Betonfertigteilindustrie ist im Jahr 2020 gut durch die Corona-Krise gekommen. Der sich in den letzten Jahren abzeichnende Aufwärtstrend konnte fortgesetzt werden, insbesondere der Wohnungsbau trug zu dieser positiven Entwicklung bei. Die Hersteller von Betonbauteilen rechnen für 2020 mit einem Umsatz in Höhe von rund 6,9 Milliarden Euro und damit einem Zuwachs von 6 Prozent. Dies wurde anlässlich des Pressegesprächs der 65. BetonTage bekanntgegeben.

Wohnungsbau als Wachstumsmotor
Die positive konjunkturelle Entwicklung hat die Bauwirtschaft in Deutschland zu einem Stabilitätsanker der Wirtschaft in der seit rund einem Jahr grassierenden Corona-Pandemie gemacht, ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt ist auf knapp 12 Prozent gewachsen. Davon profitierte auch die Betonfertigteilindustrie. Wachstumstreiber war vor allem der Wohnungsbau. So wurden im Jahr 2020 rund 273.000 Wohneinheiten neu erstellt, ein Plus von 2 Prozent. Die steigenden Auftragseingänge in diesem Segment machten sich bei den Herstellern von vorgefertigten Wandbauteilen bemerkbar. Laut amtlicher Statistik erhöhte sich ihr Umsatz in den ersten drei Quartalen 2020 um 7 Prozent, bei den Herstellern von Mauersteinen und -blöcken sogar um 12 Prozent. Zuwächse von 5 Prozent verzeichnete der Umsatz von vorgefertigten Decken. Auch die Hersteller von Betonpflastersteinen profitierten nachgelagert vom Wohnungsbau und erzielten ein Plus von rund 9 Prozent.

Der Wirtschaftsbau zeigte sich im vergangenen Jahr weiterhin stabil. Die steigenden Auftragseingänge in diesem Bereich kamen den Herstellern von konstruktiven Fertigteilen, wie Balken, Stürzen und Bindern, typische Produkte für den Gewerbe- und Industriebau, zugute. Ihr Umsatz erhöhte sich um 7 Prozent.

Anders verlief es dagegen für die Hersteller von Entwässerungsbauteilen, wie Rohre und Schächte aus Beton. Sie bekamen die Orderrückgänge der öffentlichen Hand zu spüren. Ihr Umsatz ging um 1 Prozent zurück, dabei besteht im Bereich der Kanalisation in Deutschland auch weiterhin ein hoher Sanierungs- und Erneuerungsbedarf.

Steigende Erzeugerpreisindizes
Die positive Wirtschaftslage hatte auch Auswirkungen auf den Erzeugerpreisindex für mineralische Baustoffe. Er ist im Jahr 2020 insgesamt um 3,3 Prozent gestiegen. Im Produktsegment der vorgefertigten Betonerzeugnisse gab es ebenfalls erneut Zuwächse. Zugelegt haben beispielsweise die Preisindizes für großformatige Deckentafeln mit 4,7 Prozent sowie für Wandbauteile mit 1,6 Prozent. Konstruktive Fertigteile verzeichnen Zuwächse von 2,5 Prozent. Der Erzeugerpreisindex für Pflastersteine stieg um 5,5 Prozent, der für Rohre um 0,8 Prozent.

Getrübte Perspektiven für 2021
Die Prognose der Branche für das laufende Jahr ist jedoch deutlich zurückhaltender. Sie rechnet mit einem Umsatzrückgang von 3 Prozent. Grund dafür sind insbesondere die erwarteten zweistelligen Rückgänge der Baugenehmigungen im Wirtschaftsbau, Indikator für die zukünftige Auftragslage. Die anhaltende Corona-Pandemie wird die Investitionsbereitschaft der öffentlichen Hand und gewerblichen Bauherren weiter senken. Positive Impulse erwartet die Betonfertigteilindustrie dagegen von der Förderung des seriellen und modularen Bauens für den Wohnungsbau. Die Bauweise wird als eine mögliche Antwort auf die angespannten Wohnungsmärkte in Ballungsräumen gesehen.


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