Betonbauteile weiterhin im Aufwärtstrend

Umsatzplus von 5 Prozent in 2019 erwartet

Neu-Ulm – Die deutsche Betonfertigteilindustrie ist weiter auf Wachstumskurs. Für das Jahr 2019 rechnen die Hersteller von Betonbauteilen mit einem Zuwachs von rund 5 Prozent und einem Umsatz in Höhe von 6,5 Milliarden Euro. Die positive konjunkturelle Entwicklung wird allerdings weiterhin von Kapazitätsengpässen und dem herrschenden Fachkräftemangel getrübt. Die Zahl der Beschäftigten blieb somit bei rund 45.000 Mitarbeitern. Die Suche nach qualifiziertem Personal wird angesichts der branchenübergreifend hohen Nachfrage zunehmend schwieriger und ist eine Herausforderung, der sich die Unternehmen stellen müssen. Dies wurde anlässlich der Pressekonferenz der 64. BetonTage in Neu-Ulm bekanntgegeben.

Wachstumsmotor Wohnungsbau
Trotz der in der Gesamtwirtschaft abschwächenden konjunkturellen Lage entwickelte sich die Baubranche im vergangenen Jahr erneut positiv. Wachstumstreiber waren insbesondere der Wohnungsbau sowie der öffentliche Bau. Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe stiegen insgesamt von Januar bis November 2019 um real 3,7 Prozent. Der Ordereingang im Wohnungsbau legte dabei real um 4,9 Prozent, der öffentliche Bau um 7,1 % zu. Dies bekamen auch die Hersteller von vorgefertigten Betonerzeugnissen zu spüren. So stieg der Umsatz von großformatigen Deckentafeln um 3 Prozent, bei Mauersteinen aus Beton wurde ein Umsatzplus von 8 Prozent erzielt. Auch die Hersteller von Produkten für den Straßen-, Garten- und Landschaftsbau profitierten nachgelagert vom Wohnungsbau und erzielten Umsatzsteigerungen von rund 8 Prozent. Bei großformatigen Wandbauteilen ging der Umsatz diesem Zeitraum dagegen um 2 Prozent zurück.

Einen leichten Umsatzrückgang von 2 Prozent verzeichneten auch die Hersteller von konstruktiven Fertigteilen wie Balken, Stürzen und Bindern, typische Produkte für den Gewerbe-, Industrie- und Verwaltungsbau. Sie konnten von der guten Auftragslage im Wirtschaftsbau (+10,4 Prozent) und im öffentlichen Bau (+7,1 Prozent) nicht profitieren. Ein Plus von 6 Prozent erzielten hingegen die Hersteller von Rohren und Schächten aus Beton. Hier machte sich die gute Auftragslage im Tiefbau (+10,8 Prozent) bemerkbar. Trotz allem wird dieser Bereich dem dringenden Bedarf an Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen weiterhin nicht im benötigten Umfang gerecht.

Erzeugerpreisindizes gestiegen
Die gute Wirtschaftslage hatte auch Auswirkungen auf den Erzeugerpreisindex für mineralische Baustoffe. Dieser ist im Jahr 2019 insgesamt um 3,7 Prozent gestiegen. Im Produktumfeld der Betonfertigteilindustrie gab es ebenfalls Zuwächse, nach langen Jahren der Stagnation. Zugelegt haben beispielsweise die Preisindizes für großformatige Deckentafeln mit 2,0 Prozent sowie für Wandbauteile mit 2,8 Prozent. Zuwächse von 2,9 Prozent waren bei den konstruktiven Fertigteilen zu verzeichnen. Der Erzeugerpreisindex für Pflastersteine stieg um 6,1 Prozent, der für Rohre um 5 Prozent.

Optimismus für 2020
Für das laufende Jahr 2020 rechnet die Branche nochmals mit einer moderaten Umsatzsteigerung von 2 Prozent. Wachstumsmotor bleibt der Wohnungsbau, nicht zuletzt auch wegen den günstigeren Rahmenbedingungen wie dem Baukindergeld, der Einführung der Sonder-AfA für den Mietwohnungsbau sowie den zusätzlichen Mitteln für einen verstärkten sozialen Wohnungsbau. Positive Impulse erwartet die Betonfertigteilindustrie zudem durch die Förderung des seriellen und modularen Bauens, das als eine schnelle, preisgünstige und zugleich qualitätsvolle Antwort auf die wachsende Nachfrage nach Wohnungen in Ballungsräumen gesehen wird.

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Die Pressemitteilung finden Sie auch unter www.betontage.de