Nachhaltigkeit im Fokus
Auch in ihrer 55. Auflage präsentierten sich die BetonTage mit einem hochkarätigen Fachprogramm, namhaften Referenten und einer ausgebuchten Informationsausstellung. Knapp 2000 Teilnehmer aus mehr als 23 Nationen kamen vom 8.-10. Februar 2011 zum Branchentreff der europäischen Betonfertigteilindustrie nach Neu-Ulm. Unter dem Motto „Nachhaltige Innovation“ spiegelte der Kongress das facettenreiche Bild des Baustoffes Beton wider.
Die Zukunft planen
Den Eröffnungsvortrag hielt Dr. Pero Mícíc, Vorstand der FutureManagementGroup AG in Eltville. Ob Konzernlenker, Geschäftsführer oder der Einzelne als „Lebensunternehmer“: Die Kunst, kommende Veränderungen und die darin liegenden Chancen frühzeitig wahrzunehmen und strategisch zu nutzen, kann ein wesentlicher Erfolgsfaktor sein. Wie dies funktioniert, erläuterte er anschaulich in seinem Beitrag „Zukunftsmanagement für Lebensunternehmer“ und gab den Teilnehmer auch gleich das methodische Werkzeug an die Hand.
Das Innovationspotenzial der Mitarbeiter spielt für die Wettbewerbsfähigkeit ebenfalls eine entscheidende Rolle. Dabei werden Innovationen oftmals mit jugendlicher Dynamik gleichgesetzt, was sich angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland langfristig negativ auf die Innovationsleistung der Unternehmen auswirken müsste. Dass dem nicht so ist, zeigte anschließend Prof. Dr. Marion Weissenberger-Eibl, Leiterin des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe, in ihrem Vortrag. Innovationsfähigkeit sei keine Frage des Alters oder des Geschlechts. Vielmehr könne man mit der Schaffung ausgewogener Belegschaftsstrukturen, z. B. durch den Rückgriff auf ältere Fachkräfte, der Mobilisierung weiblicher Arbeitnehmer und durch altersgemischte Teams den Herausforderungen der Demografie gelassen entgegentreten.
Innovationen fördern
Mit der Verleihung des Innovationspreises wurde anschließend im Plenum die Leistungsfähigkeit der Zulieferindustrie der Betonfertigteilbranche demonstriert. Gleich zwei Gewinner gab es in diesem Jahr, die QAVERtec GmbH in Flensburg und die H-Bau Technik GmbH in Klettgau. Erstere gewann den Preis in der Kategorie „Betontechnologie“ für das Prüfgerät QAVER (Quality for Paver), das für die reproduzierbare Erfassung physikalischer Größen zur Qualitätsbewertung von Frischbeton-Eigenschaften bei Betonwaren eingesetzt wird. Das Gerät steht direkt an der Produktionslinie und kann die Verdichtungsqualität des Vorsatz- und Kernbetons sowie das Gewicht und die Produkthöhe bestimmen. Zusätzlich kann noch die Rohdichte des Produktes errechnet werden. Der gesamte Messablauf dauert nur wenige Sekunden, die Ergebnisse werden zusammen mit den Produktdaten gespeichert und mit den Qualitätsvorgaben des Unternehmens abgeglichen. Unregelmäßigkeiten in der Rezeptur oder innerhalb der Maschineneinstellungen können so frühzeitig erkannt werden.
In Zusammenarbeit mit der Munitec GmbH Reutlingen hat die H-Bau Technik GmbH das neue Montagesystem Powercon-Multi entwickelt, das als erstes Verbindungselement im Betonfertigteilbau die trockene Montage mit einer integrierten Verstellmöglichkeit zur Toleranzaufnahme ermöglicht. Eine Besonderheit ist, dass auch verdeckte Verbindungen von Beton zu Holz- oder Stahlbauteilen möglich sind.
Der mit insgesamt 3.000 Euro dotierte Preis wurde gemeinsam mit der Fachzeitschrift BFT INTERNATIONAL ausgelobt. Wichtige Kriterien bei der Beurteilung sind der Innovationsgrad und die Originalität des Vorschlags, die Relevanz für die Betonfertigteilindustrie, das Markt- und Anwendungspotenzial sowie die Berücksichtigung technologischer Standards.
Wissen vermitteln
Das dreitägige Fachprogramm stand in diesem Jahr unter dem Motto „Nachhaltige Innovation“. Relevante Neuentwicklungen im Bereich der Baustoffe, Herstellungsverfahren und Bauweisen wurden unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit diskutiert. Das Potenzial des Baustoffs Beton ist in dieser Hinsicht noch lange nicht ausgeschöpft. Gerade die Fortschritte im Bereich der Betontechnologie sind enorm. „Green Concrete“ ist nur ein Stichwort hierfür. Aber auch der Einsatz von Hochleistungs- und Ultra-Hochleistungsbeton, textilbewehrtem Beton oder die thermische Bauteilaktivierung eröffnen neue Anwendungsfelder und Möglichkeiten. „Das Innovationspotenzial darstellen, den Transfer von der Forschung zur Praxis anregen und den Herstellern von Betonbauteilen neue Impulse geben, dies waren schon immer wichtige Ziele der BetonTage“, so Dr. Ulrich Lotz, Geschäftsführer der FBF Betondienst GmbH. Das Angebot der produktspezifischen Podien am Nachmittag deckte alle relevanten Segmente der vorgefertigten Betonbauteile ab und reichte von Vorträgen zu Betonprodukten des Straßen-, Landschafts- und Gartenbaus, des Rohrleitungsbaus, über den konstruktiven Betonfertigteilbau bis hin zu Leichtbeton und Kleinkläranlagen. Stark nachgefragt war auch das Betonwerksteinpodium, das erstmals angeboten wurde und neben dem theoretischen Teil auch Praxisvorführungen enthielt. Die technischen Inhalte der Podien wurden wie gewohnt durch betriebswirtschaftliche und rechtliche Aspekte ergänzt. Ein spezielles Informationsangebot gab es wieder für die Partner aus Architektur und Tragwerksplanung sowie die öffentliche Hand.
Gelegenheit zum Dialog mit den Marktpartnern und kollegialen Networking hatten die Teilnehmer auch in der ausgebuchten Informationsausstellung und dem Kommunikationsabend am ersten Kongresstag.
Die nächsten BetonTage finden vom 7.-9. Februar 2012 statt.
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Die Presseinformation und Bilder finden Sie unter www.betontage.de








