02. November 2010

55. BetonTage: Nachhaltige Impulse für die Betonindustrie

Nachhaltigkeit hat sich zu einem bedeutenden Wettbewerbsfaktor entwickelt. Wie Unternehmen hierbei aufgestellt sind, ist entscheidend für deren zukünftigen Erfolg – dies gilt auch für die Betonindustrie. Ökologische Baustoffe gewinnen verstärkt die Aufmerksamkeit von Planern und Architekten. Umweltschonend und energieeffizient müssen sie sein und natürlich dürfen die funktionalen, gestalterischen und ökonomischen Aspekte nicht außer Acht gelassen werden. Das Potenzial des Baustoffs Beton ist in dieser Hinsicht noch lange nicht ausgeschöpft. Unter dem Motto „Nachhaltige Innovation“ werden vom 8.-10. Februar 2011 auf den 55. BetonTagen im Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm richtungsweisende Neuentwicklungen in der Betontechnologie, den Herstellungsverfahren und Produkten präsentiert. Statisch-konstruktive, wirtschaftliche und rechtliche Ausführungen ergänzen die Vorträge in den produktspezifischen Podien.

Impulsgeber Forschung
Podium 1 „Anwendungsgerechte Forschung für Beton“
stellt das Innovationspotenzial des Baustoffs dar. Moderne Beschleunigungstechnologien, neue Erkenntnisse über die Verarbeitbarkeit und die Dauerhaftigkeit von UHPC oder das Verhalten von Hochleistungsbeton unter Brandeinwirkung werden vorgestellt. Auch die Rolle von  Superabsorbern im Betonbau und die Konsequenzen des neuen Model Codes für Betonkonstruktionen werden diskutiert.

Neue Impulse in Sachen Nachhaltigkeit liefert das Podium 5 „Von der Forschung zur Praxis“. Im Mittelpunkt stehen vor allem die jüngsten Erfahrungen mit dem Einsatz von zementarmen Betonen, den sogenannten „Ökobetonen“. Die hierfür verwendeten Kompositzemente enthalten neben Portlandzementklinker weitere Hauptbestandteile wie beispielsweise Flugasche, was die CO2-Emissionen bei der Zementherstellung erheblich verringert. Um Energieeffizienz durch thermische Bauteilaktivierung geht es hingegen bei der Präsentation verschiedener Objektbauten, die mit dem österreichischen Innovationspreis „Energiespeicher Beton“ ausgezeichnet wurden.

Klimaschutz mit  Beton
Klimaschutz, Unabhängigkeit, Arbeitsplätze: Es gibt gute Gründe für den Ausbau regenerativer Energien. Tatsächlich lässt sich jedoch derzeit nicht einmal der heutige Anstieg des weltweiten Energieverbrauchs allein von erneuerbaren Energieträgern decken. Zum Auftakt des zweiten Kongresstages zeigt Dr. Jörg Adolf, Chefvolkswirt von Shell Deutschland, Hamburg, in seinem Beitrag über Energieszenarien der Zukunft die Perspektiven, aber auch die Zwänge eines großen Energieunternehmens auf.

Welche Chancen und Möglichkeiten eine nachhaltige Energieversorgung für die Betonindustrie bietet, wird anschließend erläutert. Marktpotenziale ergeben sich hier nicht zuletzt durch den Bau von Windkraftanlagen oder die geothermische Nutzung von Betonbauteilen. Aber auch die neue Generation ressourcenschonender Zemente leistet ihren klimapolitischen Beitrag.

Green Building mit Leichtbeton
Innovative Materialien für die Leichtbetonbauweise präsentiert Podium 7. LiaCem beispielsweise ist eine kalt-gebundene leichte Gesteinskörnung, die gemeinsam mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt entwickelt wurde und für deren Herstellung nur 20 Prozent des bisherigen Energieaufwandes nötig sind. Eine Neuentwicklung ist auch "Ultraporcrete", ein Schaumbeton, dessen physikalische Eigenschaften einen Einsatz als Konstruktionsbaustoff für tragende Bauteile zulassen, was völlig neue Möglichkeiten im Betonbau eröffnet. Der hochfeste, an der Luft erhärtende Baustoff, verbindet die Festigkeit von herkömmlichem Beton mit einem geringen spezifischen Gewicht und den hervorragenden Wärmedämmeigenschaften von Poren- und Schaumbeton. Leichtbetone mit minimierter Rohdichte und das Thema Schallschutz werden ebenso thematisiert.

Konstruktive Fertigteile im Fokus
Einen weiteren Schwerpunkt des Fachprogramms bildet der konstruktive Fertigteilbau. Podium 3 bietet zunächst einen Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten der Oberflächengestaltung von vorgefertigten Fassadenflächen. Neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnen sich durch den Einsatz von Hochleistungs- und Ultra-Hochleistungsbeton. Mit UHPC können bei gleichen Bauteilen rund 60 Prozent der Rohstoffe sowie bis zu 40 Prozent der Energie und der CO2-Emissionen eingespart werden. Im Rahmen des Podiums wird über die Erfahrungen mit Fertigteilstützen und Spannbetonträgern aus UHPC berichtet. Vorgestellt wird außerdem eine neue Broschüre, die Hilfestellung beim Bemessen und Konstruieren von Knotenverbindungen im Fertigteilbau leistet. Vorträge über die Vorzüge zeitgemäßer Bewehrungen wie die Vorspannung ohne Verbund und das Brandschutzverhalten von Spannbeton-Fertigdecken sind ebenfalls zu hören.

Mit technischen Lösungen zur  Steigerung der Tragfähigkeit von Decken mit integrierter Leitungsführung geht es am zweiten Kongresstag im Podium 6 weiter. Als interessante Alternative für weitgespannte Elementdeckenplatten ohne Montageunterstützungen werden vorgespannte Elementplatten mit durchgehenden Gitterträgern präsentiert. Hohe Halbfertigteil-Wandelemente werden verstärkt im Industriebau eingesetzt. Diese stellen jedoch andere Anforderungen an die Bemessung, Transport- und Montageabläufe, wie ein Vortag zeigt. Neue Fertigteillösungen für Hochhäuser werden am Beispiel des spektakulären Bauprojekts „Tanzende Türme“ in Hamburg vorgestellt, das mit zwei bis zu 24 Etagen hohen, gläsernen Türmen und geknickten Fassaden gebaut wird. Abschließend werden die aktuellen Entwicklungen bei der Normung, Bemessung und Zulassung für Ankerschienen und für Beton- und Spannstahl behandelt.

Podium 10 „Beton in der Tragwerksplanung“ befasst sich am dritten Kongresstag mit den statisch-konstruktiven Konsequenzen, die sich in Zusammenhang mit der Einführung des Eurocode 2 (EC 2) für die Fertigteilbauweise ergeben. Die Teilnehmer erhalten einen Überblick über die bauaufsichtliche Einführung in Deutschland, die Anpassung der Zulassungen sowie den Inhalt und das Handling des Nationalen Anhangs. Außerdem werden sie mit den neuesten Regelungen zur Heißbemessung von Stahlbetonbauteilen sowie zur Durchstanzbemessung von Flachdecken auf der Basis des EC 2 vertraut gemacht. Weiterführende Erkenntnisse über die fugenlose Bauweise werden am Beispiel ausgeführten Industriebauten präsentiert. Gezeigt wird auch, welche Fehler es bei der Konstruktion und Ausführung von Parkdecks zu vermeiden gilt. Des Weiteren werden die neuesten Untersuchungsergebnisse zum Tragverhalten von Stahlbetondecken mit kugelförmigen Hohlkörpern vorgestellt. Durch deren Integration wird nicht nur eine spürbare Gewichtsreduktion der Eigenlast realisiert, sondern auch der Verbrauch von Betonstahl und Zement deutlich verringert.

Praxis Betonwerkstein
Erstmals wurde ein Podium rund um den Betonwerkstein initiiert. Der richtige Unterbau von Betonwerksteinplatten, das sichere Verfugen sowie die technischen Voraussetzungen zur Herstellung von Hochleistungsbetonen für Betonwerkstein stehen auf dem Programm. Auch der gestalterische Aspekt wird nicht außer Acht gelassen. Ausgewählte Beispiele zeigen, was bei der Planung und Herstellung von Betonmöbeln zu beachten ist. Neben den Vorträgen sind auch praktische Vorführungen in den Werkshallen der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Ulm geplant.

Know-How für Branchenpartner
Mit seinem Vortrag über „Architektur und Materialität“ wird Justus Pysall, Pysall Ruge Architekten, Berlin, der derzeit mit dem Bau des Museums für Luftfahrt in Krakau und der Masterplanung für den BBI Business Park am Flughafen Berlin-Schönefeld von sich Reden macht, den Tag der Marktpartner eröffnen. Prof. Horst Falkner, IBF Ingenieurbüro Dr. Falkner, aus Stuttgart referiert anschließend über die zukünftigen baulichen Herausforderungen für die Ingenieure. Im Anschluss gibt es erneut speziell konzipierte Podien für Tragwerksplaner, Bauunternehmer, Architekten und die öffentliche Hand.

Gemeinsam mit dem Deutschen Beton- und Bautechnik-Verein E.V. (DBV) wird das Podium 9 ausgerichtet. Im Mittelpunkt steht das Merkblatt „Industrieböden aus Beton für Frei- und Hallenflächen“ und dessen Umsetzung in der Praxis. Welche Anforderungen werden an solche Böden gestellt? Was gilt es bei der Ausschreibung, Planung und Bausausführung zu beachten? Wie erfolgt die Qualitätssicherung? Dies sind Fragen, die hier beantwortet werden. Aber auch typische Schadensfälle und mögliche Lösungsansätze werden diskutiert.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Bauzeitschrift und der Beton Marketing Süd GmbH wird das Podium „Beton in der Architektur“ veranstaltet. Mehr als 250 Architekten haben sich im vergangenen Jahr einen Eindruck über die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten des Baustoffs Beton verschafft.

Fachinformation für den Tiefbau
Steigenden Anforderungen der öffentlichen Bauherren stellen Hersteller von Rohren und Schächten vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnen innovative Betonrezepturen und Produkte neue Möglichkeiten. Einige Beispiele hierfür liefert das Podium 11 „Rohrleitungsbau und Entwässerungstechnik“ mit Erfahrungsberichten über den Einsatz von Hochleistungs-Stahlbetonrohren für großdimensionierte Kühlwasserleitungen, das Beton-Kunststoff-Verbundrohr für Schmutzwasserleitungen und selbstreinigende Entwässerungsrinnen aus Beton. Zur Diskussion stehen außerdem die überarbeiteten DWA-Arbeitsblätter A161 und A127 sowie ein neuer, zementfreier Beton für die Rohrherstellung. Neue Erkenntnisse bei Schlitzrinnen in Verkehrsflächen sollen helfen, Schäden vorzubeugen.

Die dezentrale Abwasserentsorgung ist in den letzten Jahren zunehmend in den Blick der Öffentlichkeit gerückt, Kleinkläranlagen sind hier eine sinnvolle Lösung. Podium 12 berichtet über den aktuellen Stand der europäischen Normung sowie innovative Fertigungsverfahren. Außerdem wird das neue Qualitätszeichen für Kleinkläranlagen vorgestellt und über deren Betriebsverhalten bei unterschiedlichen Lastzuständen informiert. Das Podium richtet sich an Hersteller und die öffentliche Hand und wird für Sachverständige der Unteren Wasserbehörden bzw. Private Sachverständige in der Wasserwirtschaft als Fortbildung anerkannt.

Ziel der bundesweiten Informationskampagne „betonstein: natürlich, nur besser“ ist, es den Planern, Ausschreibenden und ausführenden Fachbetrieben die Vorzüge von Betonsteinen aufzuzeigen. Im Rahmen des Podium 2 „Straßen-, Landschafts- und Gartenbau“ wird die zukünftige Ausrichtung der Kommunikation vorgestellt. Außerdem erfahren die Hersteller aus erster Hand, was Landschaftsarchitekten von einer modernen Flächengestaltung erwarten. Nicht fehlen dürfen die neuesten Erkenntnisse zu den Themen „Frost-Tausalz-Widerstand“ und “Farbdifferenzen“. Berichtet wird auch über den aktuellen Stand der Normung. Ein Vortrag über die Qualitätssicherung von Betonwaren und die Pflasterbauweise im internationalen Vergleich ergänzen das Podium.

Wirtschaftliche und juristische Perspektiven
Nicht nur technische Neuentwicklungen stellen die Baustoffindustrie vor Herausforderungen, auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen erfordern oftmals eine Neuausrichtung des Unternehmens. Welche dies sind und wo hierbei die Chancen für das Unternehmen liegen, wird im Podium 4 „Wirtschaft und Recht“ erörtert. Außerdem stehen arbeitsschutzrechtlichen Anforderungen und haftungsrechtliche Konsequenzen beim Einsatz von Fremdfirmen und Leiharbeitern sowie die Verantwortlichkeiten bei Fehllieferungen auf der Agenda.

Podium 8 „Technik und Recht“ befasst sich mit juristischen Fallstricken aus der Praxis. Zur Diskussion stehen u. a. Schadensfälle, die beim Transport und Einbau von Doppelwänden verursacht wurden oder bei der Abdichtung von Kabeln und Rohren bei Bauwerken aus WU-Beton entstanden sind  sowie Mängelstreitigkeiten aufgrund widersprüchlicher Regelwerke für die feuchtetechnische Bemessung von Bodenplatten.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.betontage.de oder direkt beim Veranstalter:

FBF Betondienst GmbH
Gerhard-Koch-Str. 2 + 4, 73760 Ostfildern
Telefon: +49 711 32732-327, Telefax: +49 711 32732-350,
info(at)betontage.de, www.betontage.de

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Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erwünscht.